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Auswandern nach Portugal aus dem Nicht-EU-Raum

Auswandern nach Portugal aus dem Nicht-EU-Raum: Dein Weg zum Neustart

Portugal zieht mit seinen sonnigen Stränden, der entspannten Lebensweise und den erschwinglichen Lebenshaltungskosten Menschen aus aller Welt an. Doch für Auswanderer aus Ländern außerhalb der Europäischen Union (EU), etwa von einem anderen Kontinent wie Asien, Afrika oder Australien, bringt der Umzug zusätzliche Herausforderungen mit sich – von Visa-Anforderungen über bürokratische Hürden bis hin zu praktischen Fragen des Alltags. In diesem Artikel führen wir dich durch die wichtigsten Schritte und geben dir Tipps, wie du deinen Umzug nach Portugal erfolgreich gestaltest.


Der Visa-Prozess: Dein erster Schritt

Als Nicht-EU-Bürger ist das passende Visum der Schlüssel zu deinem neuen Leben in Portugal. Die beliebtesten Optionen sind das D7-Visum (für Rentner oder Personen mit passivem Einkommen) und das Digital Nomad Visum (für Fernarbeiter). Für das D7-Visum musst du ein stabiles Einkommen nachweisen – mindestens 8.460 EUR pro Jahr für eine Person, plus 50 % für den Partner und 30 % pro Kind. Der Antrag kostet etwa 5.000 EUR, inklusive Gebühren für eine Steuernummer (NIF), ein portugiesisches Bankkonto, eine private Krankenversicherung (ca. 400 EUR für vier Monate) und Dokumentenprüfungen (z. B. Hintergrundchecks). Diese Kosten sind nicht erstattungsfähig, also plane sorgfältig. Das Digital Nomad Visum verlangt ein Mindesteinkommen von 3.040 EUR pro Monat, ist aber flexibler für Berufstätige. Beide Visa erfordern einen Termin bei einem Dienstleister wie VFS Global – rechne mit 60–100 EUR pro Person nur für die Terminbuchung. Starte den Prozess früh, denn die Bearbeitung kann zwei bis fünf Monate dauern.

Reisekosten: Den Weg vorbereiten

Bevor du dauerhaft umziehst, lohnen sich Scouting-Trips, um Portugal kennenzulernen und deinen Wohnort zu wählen. Ein Flug aus einem anderen Kontinent – etwa Asien, Afrika oder Australien – kostet oft 800–1.500 EUR pro Person (Hin- und Rückflug), je nach Abflugort. Dazu kommen Unterkünfte (100 EUR/Nacht) und Autovermietung (100 EUR/Tag), wenn du Gegenden wie die Algarve oder die Silberküste erkunden willst. Zwei bis drei dieser Reisen können schnell 6.000–10.000 EUR kosten, besonders wenn Pläne (wie ein Hauskauf) scheitern und zusätzliche Fahrten nötig werden. Der eigentliche Umzugsflug plus Gepäck (ca. 300 EUR extra) und eventuell ein Haustiertransport (1.000–1.500 EUR) summieren sich auf weitere 2.500–4.000 EUR. Tipp: Nutze Punkte von Vielfliegerprogrammen, um Kosten zu senken.

Unterkunft: Mieten oder Kaufen?

In Portugal musst du für dein Visum eine Unterkunft nachweisen – meist durch einen Mietvertrag. Eine Wohnung in Lissabon kostet 1.000–1.500 EUR/Monat, an der Algarve oder in Porto eher 600–1.000 EUR. Da die Visa-Genehmigung Zeit braucht, zahlst du möglicherweise drei Monate Miete (plus Kaution, oft 2–3 Monatsmieten) für eine leere Wohnung – insgesamt bis zu 6.000 EUR, während du noch in deinem Heimatland lebst. Kaufen ist eine Alternative: Ein Haus kostet ab 100.000 EUR (ländlich) bis 300.000 EUR (Stadt), doch als Nicht-EU-Bürger brauchst du 25–30 % Anzahlung und zahlst 3–10 % Schließkosten (inkl. IMT-Steuer). Renovierungen können weitere Tausende verschlingen. Überlege, ob du kurzfristig mietest, um flexibel zu bleiben, bevor du investierst.

Einrichtung: Mitnehmen oder neu kaufen?

Deinen Haushalt nach Portugal zu schaffen, ist teuer: Ein 20-Fuß-Container aus einem anderen Kontinent kostet 8.000–12.000 EUR, je nach Entfernung, und die Lieferung dauert vier bis sechs Wochen. Viele entscheiden sich daher, vor Ort neu zu kaufen. Eine komplette Einrichtung für ein kleines Haus (Möbel, Küche, Bettwäsche) kostet 5.000–10.000 EUR – ein hoher Posten, den du nicht unterschätzen solltest. Verkaufe oder verschenke in deinem Heimatland, was du nicht brauchst, und plane diesen Betrag ein, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Mobilität: Das Auto-Dilemma

In Städten wie Lissabon oder Porto kannst du auf ein Auto verzichten – öffentliche Verkehrsmittel sind gut. Doch in ländlichen Gebieten ist ein Wagen essenziell. Ein Auto aus deinem Heimatland zu verschiffen kostet 1.500–3.000 EUR plus Zoll (11 %), MwSt (21 %) und lokale Gebühren – oft nicht lohnenswert. Ein Gebrauchtwagen in Portugal kostet 10 % mehr als in vielen Nicht-EU-Ländern (z. B. 15.000 EUR für ein Mittelklasse-Modell), und Neuwagen schlagen mit 23 % MwSt zu Buche. Finanzierung ist erst nach Residenzstatus möglich (3–6 Monate), also plane zunächst mit Bargeld oder Mietwagen (ca. 1.000 EUR für zwei Wochen).

Praktische Tipps für Nicht-EU-Auswanderer

Damit dein Umzug gelingt, hier vier goldene Regeln:

  • Recherche: Informiere dich gründlich über Visa, Regionen und Kosten via YouTube, Facebook-Gruppen (z. B. "Expats in Portugal") oder portugiesische Behördenseiten. Weniger Scouting-Trips sparen Geld.
  • Puffer: Plane 20 % Extra-Budget für Unvorhergesehenes – Visa-Verzögerungen oder geplatzte Pläne sind keine Seltenheit.
  • Anpassung: Entscheide je nach Aufenthaltsdauer: Kurzfristig mieten, langfristig kaufen. Passe deinen Lebensstil an deine Ziele an.
  • Genaue Budgets: Hole früh konkrete Angebote (Flüge, Versand, Miete) ein und erstelle ein detailliertes Budget – Schätzungen reichen nicht.