
Auswandern nach Portugal Bildung und Familie
Bildung und Familie in Portugal
Das portugiesische Schulsystem ist solide und kostenfrei im öffentlichen Bereich, während deutsche und internationale Schulen eine hervorragende Alternative für Expat-Familien bieten. Universitäten punkten mit Qualität und Erschwinglichkeit, die Kinderbetreuung ist gut organisiert, und Familien erhalten finanzielle und praktische Unterstützung. Portugal ist damit ein attraktives Ziel für Familien, die Bildung und Lebensqualität kombinieren möchten.
Wie funktioniert das Schulsystem in Portugal?
Das portugiesische Schulsystem ist in mehrere Stufen unterteilt und verpflichtend für Kinder zwischen 6 und 18 Jahren (12 Jahre Schulpflicht). Es gliedert sich wie folgt:
- Vorschulerziehung (Educação Pré-escolar): Für Kinder von 3 bis 6 Jahren, freiwillig. Öffentliche Kindergärten bieten bis zu 25 Stunden pro Woche kostenlos an, private Einrichtungen sind kostenpflichtig.
- Grundbildung (Ensino Básico): Umfasst 9 Jahre, unterteilt in drei Zyklen:
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- Zyklus (1.–4. Klasse, Alter 6–10): Grundlagen wie Portugiesisch, Mathematik, Sachkunde.
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- Zyklus (5.–6. Klasse, Alter 10–12): Erweiterung der Fächer, inklusive Englisch als Pflichtfach.
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- Zyklus (7.–9. Klasse, Alter 12–15): Vorbereitung auf weiterführende Bildung.
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- Sekundarbildung (Ensino Secundário): 3 Jahre (10.–12. Klasse, Alter 15–18). Schüler wählen zwischen allgemeinbildenden Kursen (z. B. für die Universität) oder berufsorientierten Programmen. Am Ende stehen nationale Prüfungen für den Abschluss (Abitur-äquivalent).
- Hochschulbildung (Ensino Superior): Universitäten und polytechnische Institute bieten Bachelor-, Master- und Promotionsstudiengänge an.
Öffentliche Schulen sind kostenlos, jedoch fallen Kosten für Materialien, Bücher und Mahlzeiten an. Der Unterricht erfolgt auf Portugiesisch, was für neu ankommende Kinder eine Herausforderung sein kann, aber auch eine Chance zur Integration bietet.
Gibt es deutsche oder internationale Schulen?
Ja, in Portugal gibt es sowohl deutsche als auch internationale Schulen, die besonders für ausländische Familien interessant sind:
- Deutsche Schulen: Die Deutsche Schule Lissabon (gegründet 1848) bietet ein durchgehendes Bildungsprogramm vom Kindergarten bis zum Abitur nach deutschem Lehrplan. Sie liegt in Lissabon und ist ideal für Familien, die Kontinuität zum deutschen Schulsystem suchen. Eine weitere Option ist die Deutsche Schule Algarve in Silves, die ähnliche Standards verfolgt.
- Internationale Schulen: Es gibt zahlreiche internationale Schulen, vor allem in Lissabon, Porto und an der Algarve. Beispiele sind:
- St. Julian's School (Carcavelos): Britischer Lehrplan, IB-Diplom.
- Oporto British School: Älteste britische Schule auf dem Kontinent, IB-Programm.
- Nobel International School Algarve: Mehrsprachige Optionen, britischer und portugiesischer Lehrplan.
- International School of the Algarve: Englischsprachig mit internationalem Fokus.
Diese Schulen sind kostenpflichtig (jährliche Gebühren zwischen 5.000 und 25.000 Euro, je nach Schule und Stufe) und richten sich an Expat-Familien oder Eltern, die eine mehrsprachige, global ausgerichtete Bildung wünschen.
Wie ist die Qualität der Universitäten?
Die Qualität der portugiesischen Universitäten ist international anerkannt, und das Land hat einige renommierte Einrichtungen:
- Universität Lissabon und Universität Porto gehören zu den besten des Landes und bieten eine breite Palette an Studiengängen, oft auch auf Englisch (besonders im Masterbereich).
- Universität Coimbra: Eine der ältesten Universitäten Europas (gegründet 1290), bekannt für Tradition und akademische Exzellenz, z. B. in Rechtswissenschaften und Geisteswissenschaften.
- Nova School of Business and Economics: Hoch angesehen in Wirtschaft und Management, mit starkem internationalen Ruf.
Portugal folgt dem Bologna-System, wodurch Abschlüsse EU-weit anerkannt sind. Die Studiengebühren sind im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern moderat (staatliche Universitäten: 500–7.000 Euro jährlich, private höher). In PISA-Studien hat Portugal Fortschritte gemacht und liegt leicht über dem OECD-Durchschnitt, was die solide Basis des Bildungssystems widerspiegelt.
Wie gestaltet sich die Kinderbetreuung?
Die Kinderbetreuung in Portugal ist vielseitig und familienfreundlich gestaltet:
- Vorschule (3–6 Jahre): Öffentliche Einrichtungen sind kostenlos und bieten bis zu 25 Wochenstunden Betreuung. Private Kindergärten kosten etwa 200–800 Euro monatlich und bieten oft zweisprachige Programme oder längere Betreuungszeiten.
- Krippe (0–3 Jahre): Für Kleinkinder gibt es öffentliche und private Krippen ("Creches"). Öffentliche Plätze sind begrenzt und einkommensabhängig subventioniert (0–250 Euro monatlich), private Krippen kosten 300–600 Euro. Wartezeiten können lang sein, daher ist eine frühzeitige Anmeldung ratsam.
- Außerhalb der Schulzeit: Schulen bieten oft Nachmittagsbetreuung ("ATL" – Actividades de Tempos Livres) an, die kostengünstig oder durch Sozialhilfe gedeckt ist. Private Alternativen wie Babysitter oder Tagesmütter sind ebenfalls verfügbar.
Die Betreuung ist flexibel, aber in ländlichen Gebieten kann das Angebot eingeschränkt sein im Vergleich zu Städten wie Lissabon oder Porto.
Welche Unterstützung gibt es für Familien?
Portugal unterstützt Familien durch verschiedene Maßnahmen:
- Kindergeld (Abono de Família): Monatliche Zahlungen, abhängig vom Einkommen und der Anzahl der Kinder (z. B. ca. 30–150 Euro pro Kind). Auch EU-Bürger mit Wohnsitz in Portugal können dies beantragen.
- Bildungsförderung: Einkommensschwache Familien erhalten Zuschüsse für Schulmaterialien, Mahlzeiten und Transport. Das Programm "Ação Social Escolar" (ASE) hilft bei der Deckung schulischer Kosten.
- Steuervergünstigungen: Familien mit Kindern profitieren von Steuerabzügen, z. B. für Bildungsausgaben oder Gesundheitskosten.
- Elternurlaub: Mütter haben Anspruch auf 120–150 Tage Mutterschaftsurlaub (voll bezahlt), Väter auf 25 Tage Vaterschaftsurlaub. Es gibt auch flexible Teilzeitregelungen für Eltern.
- Integration: Für Kinder von Einwanderern gibt es Sprachkurse (Portugiesisch als Zweitsprache) und Unterstützung in Schulen, um die Eingewöhnung zu erleichtern.