
Naturpark Ria Formosa - Algarve
Naturpark Ria Formosa an der Algarve

Die Ria Formosa entstand vor etwa 6.000 bis 7.000 Jahren als der Meeresspiegel niedriger war als heute, und sich am Fuß des Festlandsockels große Mengen an Sand angesammelten. Diese wachsenden Sandbänke sind der Ursprung der heutigen vorgelagerten Sandinseln mit den wunderbaren langgezogenen Stränden. (Ilha de Tavira, ilha Deserta etc ) . Gleichzeitig brachten die Wasserläufe innerhalb der Lagune große Mengen an Schwemmmaterial mit, welches sich innerhalb der Lagune ansiedelte und daher der Ursprung der Salzwiesen und der vielen kleinen Inselchen sind.


Das Gebiet ist Nistplatz vieler und ein Durchgang Gebiet für Wandervögel auf ihrem Weg von Nordeuropa nach Afrika.Das Interesse an dem Naturpark beschränkt sich nicht nur auf die Avifauna: Es ist ein Gebiet von großem botanischen Interesse, insbesondere für die Vegetation der Dünen- und Salzwiesen Gebiete; die Lagune ist ein wichtiges Gebiet für die Produktion von Muscheln mit mehr als 1.000 Hektar Muschelfarmen, die etwa 80% der Exporte des Landes ausmachen. Der portugiesische Staat erkannte die nationale und internationale Bedeutung dieser Region und förderte seine Einstufung als Naturpark. Die Hauptprobleme die das fragile Ökosystem im Naturpark Ria Formosa gefährden sind: die illegale Bebauung auf den Sandinseln, die Urbanisierung der Küste und die damit verbundene Verschmutzung mit Müll und Trümmern, die illegale Ablagerung von Abfällen, sowie die illegale Einleitung von häuslichen Abwässern.
Naturpark Ria Formosa an der Algarve
Diese landschaftlich reizvolle Region beheimatet nicht nur eine Vielzahl von Lebensräumen, sondern ist auch ein Rückzugsort für viele bedrohte Arten, einschließlich der Europäischen Chamäleons. Dieses scheue und wunderschöne Tier lebt bevorzugt in den Büschen der Gegend, ist jedoch nicht leicht zu entdecken. Besonders im September findet man die Weibchen, die in der Zeit absteigen, um ihre Eier abzulegen.
Geografische und klimatische Gegebenheiten
Der Park erstreckt sich über mehrere Gemeinden: Loulé, Faro, Olhão, Tavira und Vila Real de Santo António. In dieser Region findet man eine bemerkenswerte Vielfalt an Landschaften, die von Lagunen, Sandstränden, Salinen und Dünen bis hin zu landwirtschaftlich genutzten Flächen reichen. Die Lagune selbst, die einen Großteil des Parks ausmacht, ist etwa 2 Meter tief und wird von verschiedenen Flüssen wie dem Gilão sowie Bächen wie Almargem, Cacela und São Lourenço gespeist.
Das Klima in der Region ist mediterran, mit milden Temperaturen und hoher Sonneneinstrahlung. Diese Bedingungen tragen zu einer hohen biologischen Produktivität bei, die für die Flora und Fauna des Parks von entscheidender Bedeutung ist. Die warme Jahreszeit zieht zahlreiche Tier- und Pflanzenarten an, die von der reichen Nahrungsquelle profitieren.
Historische Bedeutung
Die Geschichte der Ria Formosa ist ebenso faszinierend wie ihre natürliche Schönheit. Schon seit der prähistorischen Zeit siedelten dort verschiedene Völker, darunter Kelten, Römer und Araber, die die Region geprägt haben. Diese Kulturen haben eine tiefe Verbindung zur Natur und ihren Ressourcen entwickelt. Fischerei, Muschelsammeln und Salzgewinnung sind seit Jahrtausenden Grundpfeiler der lokalen Wirtschaft.
Die Gründung des Naturreservats Ria Formosa im Jahr 1978 war eine Reaktion auf die Bedrohungen, die durch urbane Entwicklungen in der Region entstanden sind. Der Umstieg auf den Status eines Naturparks im Jahr 1987 reflektiert die wachsenden internationalen Bemühungen um Umweltschutz. Er ist nicht nur ein Rückzugsort für bedrohte Arten, sondern auch ein Lebensraum, wo die Menschen im Einklang mit der Natur leben können.
Die Ökologische Vielfalt der Ria Formosa
Die Ria Formosa ist das größte Feuchtgebiet im Süden Portugals und beherbergt eine beeindruckende Artenvielfalt, die sowohl die Tier- als auch die Pflanzenwelt umfasst. Besonders bedeutend ist die Lagune für die aquatische Fauna, die mehr als 100 Fischarten umfasst. Zu den ansässigen Arten zählen die Seepferdchen (Hippocampus hippocampus und Hippocampus guttulatus), während andere Arten wie die Sardine (Sardina pilchardus) hier als Jungfische leben, bevor sie ins offene Meer migrieren.
Ein weiteres hervorstechendes Merkmal sind die über 200 Vogelarten, die hier aus aller Welt eintreffen. In den Wintermonaten sammeln sich mehr als 20.000 Wasservögel in der Ria, um zu überwintern. Zu den häufigsten Arten gehören die Pfeifente (Anas penelope), die Teichente (Anas crecca) sowie verschiedene Limikolen wie der Kiebitz (Calidris alpina) und der Regenbrachvogel (Numenius arquata). Diese Vögel nutzen die natürlichen Lebensräume der Ria Formosa, um ideale Bedingungen zu finden.
Dünen und Insekten
Die Dünen der Ria Formosa sind ein weiterer Lebensraum, der reich an unterschiedlichen Insektenarten ist, von den kleinsten bis zu größeren Räubern. Diese Vielfalt trägt entscheidend zur Aufrechterhaltung des Ökosystems bei. Ihre Anwesenheit zieht auch andere Tierarten an, darunter insectivorous Vögel und Reptilien, einschließlich einer speziellen Schlangenart.
Raptoren und Chamäleons
In der Region gibt es eine Chamäleonart, die sich perfekt an ihre Umgebung anpasst. Diese Tiere nutzen Bäume und Büsche als Verstecke und Jagdreviere. Ihre Fähigkeit zur Tarnung macht sie zu effektiven Jägern und ermöglicht es ihnen, unerkannt zu bleiben.
Landkrabben
Bei Ebbe kommen die kleinen Landkrabben hervor, um nach Nahrung zu suchen. Sie filtrieren Mikroalgen und organische Materie aus dem Schlamm, wodurch sie die Nährstoffe erhalten, die für ihr Überleben notwendig sind. Männliche Krabben zeigen auffällige Bewegungen, um Weibchen zu imponieren, insbesondere während der Fortpflanzungszeit.
Die Pflanzenwelt
Die Flora des Parks umfasst eine bemerkenswerte Vielfalt an Vegetation. In der Lagunenregion finden sich Sümpfe und Salzmarschen, die salztolerante Pflanzen beherbergen. Hier spielen Schlickgräser (Spartina maritima), Queller (Halimione portulacoides) und andere Pflanzenarten eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht. Sie fungieren nicht nur als Filter für Schadstoffe und verleihen dem Gebiet Stabilität, sondern bieten auch Lebensraum für viele Tierarten.
Die botanische Vielfalt erstreckt sich auch in die Küstengebiete des Parks. In den dortigen Dünenlandschaften gedeihen spezielle Pionierpflanzen wie der Meerestauhahn (Eryngium maritimum), die Strand-Schafgarbe (Otanthus maritimus) und das Sandrohr (Ammophila arenaria). Diese Pflanzen sind entscheidend für die Küstenschutzmaßnahmen und leisten einen wertvollen Beitrag zur Stabilität der Küste.
Menschliche Nutzung und Herausforderungen
Fischerei und Aquakultur
Die wirtschaftliche Bedeutung der Ria Formosa ist unbestreitbar. Die Fischerei hat die Region über Jahrtausende hinweg geprägt, und auch heute noch ist sie ein wesentlicher Bestandteil des Lebens der Anwohner. Allerdings ist die Fischerei innerhalb der Ria streng reguliert, um die empfindlichen Ökosysteme zu schützen. Die Ria ist vor allem als Aufzuchtgebiet von Bedeutung für Arten wie Dorsch, Wolfsbarsch und andere Fischarten.
Ein weiterer bedeutsamer Aspekt ist die Muschelkultur, die sich über die Jahre weiterentwickelt hat. Vor der Einführung der Aquakultur wurden Muscheln ausschließlich in wildlebenden Beständen gesammelt. Heute gibt es lizenzierte Zuchtbetriebe, die eine Gesamtfläche von 450 Hektar bewirtschaften. Diese Betriebe arbeiten sowohl traditionell als auch industriell, wobei ein Gleichgewicht zwischen nachhaltiger Nutzung und ökologischer Verantwortung angestrebt wird.
Salzgewinnung in Salinen
Die Salinen im Naturpark Ria Formosa erstrecken sich über ein weites Gebiet, das sich hauptsächlich zwischen den Gemeinden Loulé und Tavira befindet. Diese flachen Salinenanlagen liegen nahe der Küste, im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Einfluss der Ria Formosa und den angrenzenden Landflächen. Durch ihre strategische Lage sind sie sowohl der Gezeitenbewegung der Lagune als auch dem Nährstoffreichtum der angrenzenden Sumpf- und Salzmarschen ausgesetzt, was zu ihrer hohen Produktivität beiträgt.
Die Salinen sind ein bemerkenswertes Beispiel für menschliche Eingriffe in die Natur, die jedoch im Einklang mit den ökologischen Gegebenheiten der Region stehen. Sie bieten nicht nur eine wichtige Ressource für die Salzernte, sondern auch Lebensräume für zahlreiche Vogelarten und eine Vielzahl von anderen Organismen. Die geschützten Salinenbereiche, die durch Dämme und Kanäle voneinander abgetrennt sind, sind somit nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor, sondern auch ein ökologischer Rückzugsort innerhalb des Naturparks.
Diese Salinen sind besonders prominent in der Nähe von Städten wie Olhão und Tavira, wo Besucher kilometerlange Sichtachsen auf die traditionellen und oft noch handwerklich betriebenen Salzgärten haben und dabei die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt der Ria Formosa bewundern können.
Umweltherausforderungen
Trotz ihrer immense Bedeutung sieht sich die Ria Formosa einigen Herausforderungen gegenüber. Der unregulierte Tourismus, die Verschmutzung durch landwirtschaftliche Abflüsse sind nur einige der Bedrohungen, denen der Park ausgesetzt ist. Ein weiterer selbstverstärkender Faktor ist das Eindringen invasiver Arten, die heimische Arten verdrängen und die einheimische Flora und Fauna gefährden können. Gesetze wie zielen darauf ab, die Ausbreitung invasiver Pflanzen wie dem Strand-Mauerblümchen (Carpobrotus edulis) einzudämmen und die ursprüngliche Biodiversität zu bewahren.
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